Einsatz Naunhofer Grillensee | 02.07.2018

Warum wir lieber Retten als Bergen!

Montag, 02.07.2018 kurz nach halb Zwei - Einsatzalarmierung für die Rettungstaucher der DLRG Leipzig. Die erste Einsatzbeschreibung lautet wie fast immer: "Vermisste Person im Wasser". Bei etlichen Einsatzkräften beginnt das Gedankenwerk zu rotieren: Wie lange brauche ich bis zur Fahrzeughalle, kann mich mein Arbeitgeber jetzt freistellen, was ist genau passiert? Diese und etliche weitere Fragen schießen den Einsatzkräften durch den Kopf, wenn wie in diesem Fall ein älterer Mann am Naunhofer Grillensee vermisst und die Hilfe unserer Einsatztaucher nötig wird.

Nur eine halbe Stunde später fahren zwei Einsatzfahrzeuge mit Boot und einem knappen dutzend Helfern, darunter Einsatztaucher, Signalmänner und Bootsführer, zur Einsatzstelle. Wie aus dem Nichts kam dann der Einsatzabbruch Befehl der Leitstelle. "Der 74 Jährige wurde leblos von den Kräften der Feuerwehr geborgen."

Traurig. Wieder einmal. Obwohl im Grunde bekannt ist, dass wir als Taucher kaum die Chance haben, jemand lebend zu retten, fährt die Hoffnung in jedem Einsatz mit.
Traurig. Wieder einmal? Immer noch. Leider ist es bis heute gängige Praxis, selbst an offiziellen Badestellen "Unbewachter Badestrand" Schilder aufzustellen, anstatt sich um eine adäquate Absicherung zu bemühen.
Traurig. Wieder einmal, wurde einem Vater, einem Großvater, einem Menschen das Baden an unbewachten Gewässern zum Verhängnis.

Warum wir lieber Retten als Bergen?

Weil die Bekämpfung des Ertrinkungstodes unsere höchste Aufgabe ist; weil wir die Sicherheit am, im und unter Wasser zu unserem wichtigsten Ziel gesetzt haben; weil wir mit Ausbildung und Prävention für mehr Wassersicherheit sorgen und nicht zuletzt, weil wir mit aktiven Rettungsschwimmern an Badeseen und Freigewässern Leben retten und Schicksalsschläge wie dieses vermeiden können.

MDR Beitrag